Unserem Stadtbürgermeister Franz Xaver Scherrer wurde am 26. Oktober 2010 in Nieder-Olm durch Staatssekretär Roger Lewentz die Freiherr-vom-Stein-Plakette verliehen. Diese Plakette wird alle 3 Jahre von der rheinland-pfälzischen Landesregierung Persönlichkeiten zuerkannt, die sich durch ehrenamtliche Tätigkeit in Rheinland-Pfalz verdient gemacht haben.

Franz Xaver Scherrer mit Plakette, Gattin und VerbandsbürgermeisterHier ein Auszug aus der Pressemitteilung: "Franz Xaver Scherrer ist seit 36 Jahren ehrenamtlich in der Kommunalpolitik aktiv. In seiner Amtszeit wurde der Ortsgemeinde Hagenbach im Jahre 2006 die Stadtrechte verliehen. Er habe sich in all den Jahren für seine Heimatgemeindein besonderer Weise engagiert, so Bruch. Die in Hagenbach geschaffene Infrastruktur, die Ausweisung von Gewerbeflächen und die damit verbundene Industrieansiedlung tragen im Wesentlichen seine Handschrift. Die Versorgung der Kinder mit Kindergärten, Kinderhort und Ganztagesplätze hat Vorbildfunktion für die gesamte Südpfalz. Auch innerorts wurden durch die städtebauliche Entwicklung Maßstäbe für die Zukunft gesetzt. Seit 1994 ist er Orts- bzw. Stadtbürgermeister und Mitglied des Kreistages. [...] "

Das Foto zur Rechten zeigt Franz Xaver Scherrer eingerahmt von Verbandsbürgermeister Reinhard Scherrer und Gattin Marie-Luise.

Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein, wie der Namensgeber vollständig hieß, lebte zwischen 1757 und 1831. Seine große Zeit lag in der ersten Dekade des 19. Jahrhunderts, als Napoleon sich berufen fühlte, Europa nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Zu dieser Zeit war er preußischer Minister und später auch Staatsrat, doch der chronisch unschlüssige König Friedrich Wilhelm III. konnte mit Reformern wie Stein und Hardenberg nichts anfangen und so griffen Steins vielfältige Reformbemühungen nicht.

Eine seiner großen Ideen war es, die Bürger in die kommunale Verwaltung anstelle besoldeter Magistrate (Mietlinge, wie man sie auch nannte) einzubinden, aber auch die Befreiung der preußischen Bauern aus der Leibeigenschaft lag ihm am Herzen, weil seiner Ansicht nach Bauern mit Eigentum effektiver und verantwortlicher handelten als Leibeigene. Doch diese Reform wurde von den preußischen Großgrundbesitzern unterlaufen und verkehrte sich letztlich in ihr Gegenteil. Auch mit seinem dritten Projekt konnte er sich bei Friedrich Wilhelm nicht durchsetzen, denn ihm schwebte eine konstitutionelle Monarchie vor, also ein verfassungsgebundener König mit einer kompetenten Regierung. Als Napoleon sich Ende 1808 auf Stein eingeschossen hatte, flüchtete dieser und trat in die Dienste des russischen Zaren Alexander I., für den er auch beim Wiener Kongress für die Neuordnung Europas stritt.

Wer sich für diesen außergewöhnlichen Menschen interessiert, kommt mit dieser Biografie weiter. Und hier finden Sie den auch sehr lesenswerten wikipedia-Artikel zu Stein.